Endlich angekommen

MRWC, Foto: ©Denise Ott

Die Busfahrt von Edmonton in Richtung Calgary erfüllte alle weiteren Klischees, welche man so über amerikanische und kanadische Städte hat: Breite, große Straßen mit noch größeren Autos, Werbung von Ärzten, Anwälten auf Parkbänken und wo man nur hinschaut kleine, aneinander gereihte Bungalows entlang der Straßen, in denen sich die typischen Läden wie „Wendy’s“, „Olive Garden“, „Harvey’s“ und „KFC“ finden. Doch nicht nur kleine Häuser, auch eine Ansammlung riesiger Hochhäuser ist zu sehen. Es folgen High Schools und Football-Felder, die das klassische Bild einer amerikanischen Großstadt abrunden.

Der Bus verließ langsam die Stadt und entlang der Autobahn ließen sich bereits die ersten Tiere am Rande blicken. Meine Freude, nun endlich ganz anzukommen, die Menschen kennenzulernen mit denen ich drei Monate verbringen werde und natürlich mich auch mit den Tieren vertraut zu machen, steigerte sich. Nach zwei Stunden kam ich in Red Deer an. Grant, der Mann der MRWC-Chefin Carol Kelly – sie nimmt am Tag bis zu 70 Anrufe von unerfahrenen Menschen, die ein Wildtier gefunden haben und Hilfe suchen, entgegen – holte mich ab. Wir fuhren eine weitere dreiviertel Stunde Auto. Er erzählte mir sehr viel über die Gegend hier. Angefangen bei den großen Entfernungen die zwischen den Städten liegen, bis über die Straßen, welche hier alle nur gerade verlaufen und somit – anders als bei uns mit Namen – nur mit Zahlen und den Himmelsrichtungen benannt werden. Die Landschaft hier teilt sich auf in Prärie, Gebirgsbeginn und Wald – das hat man sofort gesehen: Kaum fährt man eine Weile, schon ändert sich das Panorama um einen herum schlagartig. Wo eben noch weite Felder waren, sind auf einmal viele, dicht aneinander gereihte Bäume. Grant erzählte auch, dass die Öl-Förderung hier eine der Haupteinnahmequellen der Bewohner ist.

Endlich kamen wir an: Ich sah als erstes das große Medicine River Wildlife Center-Schild, welches jeden Besucher willkommen heißt. Ich lernte die fünf anderen freiwilligen Helfer kennen sowie Brittany, unsere Chefin hier was die Pflege der Tiere betrifft. Alle sind sehr nett, freuen sich über jeden Freiwilligen und erklären einem geduldig was wir zu tun haben.

Die ersten Tiere habe ich auch schon getroffen. Direkt in der Eingangshalle des Centers sitzt die blinde Eule Sofia. Aufgrund ihrer Behinderung ist es nicht möglich sie wieder auszuwildern. Und so bleibt sie hier, um nicht nur ihr Überleben zu sichern, sondern auch um hin und wieder als „Vorzeige-Eule“ den Besuchern den Umgang mit Tieren beizubringen.

Des Weiteren habe ich schon einen Baby-Elch, Rehkitze, sowie viele kleine und große Vögel getroffen und natürlich auch die zwei Babykatzen, welche sich ins unserem „Rig Shack“ (so werden hier unsere gemütlich eingerichtete Container genannt, in denen wir schlafen, essen und duschen) befinden, bis für sie eine neue Familie gefunden wird. Nicht nur Tiere habe ich mir anschauen dürfen, auch die Umgebung um das Center wurde mir gezeigt. Es ist unbeschreiblich schön hier, schaut selbst:

Noch ist alles sehr fremd für mich und ich werde bestimmt ein paar Tage brauchen bis ich mich eingelebt habe, weiß was zu tun ist und problemlos den anderen wirklich helfen kann. Sobald ich mich auch mit all den Tieren besser vertraut gemacht habe, stelle ich sie euch hier natürlich alle vor!

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